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Die Darmflora ist der natürliche Lebensraum von Bakterien und Mikroorganismen, die den Magen-Darm-Trakt zum größtem Abwehrorgan im Körper machen. Insgesamt leben im Magen-Darm-Bereich 100.000.000.000.000, also 100 Billionen, Kleinstlebewesen, die den Organismus mit einer Art eigenem Immunsystem vor krankmachenden Keimen schützen und im Darm das Ökosystem aufrechterhalten. Darmbakterien sind also keine Schmarotzer, sondern verwerten Nahrungsbestandteile.

Neben schützenden Darmbakterien existieren neutrale und schädigende Darmkeime. Bifidobakterien, Eubacteria und Milchsäurebakterien zählen beispielsweise zu den schützenden Sorten. Bacteroides, Peptostreptococci, E. coli und Enterococci gelten als neutral, während Vaillonella, Pilze wie Candida, Clostridien, Staphylococci, Protei und Pseudomonia aeruginosa zu den schädigenden Mikroorganismen zählen.

Insgesamt setzt sich die natürliche Darmflora aus folgenden Spezies zusammen:

  • Laktobazillen (Milchsäurebakterien)
  • Bifidobakterien (Milchsäurebakterien)
  • Streptokokken
  • Fusobakterien
  • Veillonellen
  • Eubakterien
  • Aktinomyzeten
  • Prevotella
  • Porphyromonas
  • Hefen
  • koliformen Streptokokken
  • Bacteroides
  • Proteus
  • Staphylokokken
  • Pseudomonaden
  • Protozoen
  • Fusobakterien
  • Clostridien
  • koliformen Laktobazillen

Reizdarm & Darmflora

Remi Meier diskutiert in der Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin (5/11) Prä- und Probiotika für Reizdarmpatienten, die abwechslungsreiche Mischkost nicht gut vertragen. Er verweist dabei auf eine kontrollierte Studie an 105 Patienten mit Reizdarmsymptomen, deren Beschwerden durch Präbiotika verbessert wurden. Trotzdem weist er darauf hin, dass bislang keine spezifische Empfehlung zum Einsatz von Präbiotika in der Therapie von Reizdarmpatienten abgegeben werden kann, da sich die Blähungen an einzelnen Patienten durch die Gabe von Präbiotika noch verstärkt haben. Daher ist es nach meiner Meinung wichtig, eine komplette Darmsanierung mit Darmreinigung durchzuführen, wie ich eben erwähnt habe: Darmsanierung Anleitung

Vor einer kompletten Darmsanierung sollte besser auf eine relativ ballaststofffreie Ernährung oder eine bestimmte Ernährung bei Reizdarm geachtet werden: Reizdarm, Was essen?

Mit einem Hinweis auf eine Metaanalyse von McFarland und Dublin bezieht sich Meier wiederum auf 20 Studien mit 23 probiotischen Therapie-Ansätzen an 1404 Patienten. Die Placebo-kontrollierten Studien haben in der Metaanalyse erwiesen, dass Probiotika die Symptome des Reizdarmsyndroms global verbessern. In seiner Schlussfolgerung weist Meier darauf hin, dass Darmbakterien und ihr Immunsystem bei Patienten mit Reizdarm eine wichtige Komponente sind und sich durch probiotische Ernährung positiv beeinflussen lassen. Welche Probiotika Kapseln für dich eine Rolle spielen könnten, besprichst du am besten mit deinem Arzt. Eine unkontrollierte Pilotstudie hat 2010 an Patienten mit überwiegenden Blähbauch-Symptomen beispielsweise die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Therapie mit Kapseln aus E. coli Nissle (EcN) Probiotika 1917 bestätigt.

Dünndarmfehlbesiedlung als Ursache für den Reizdarm?

Dünndarmfehlbesiedlung

Hier sieht man wie eine Dünndarmfehlbesiedlung durch übermäßige Blähungen entstehen kann.

Durch eine Dünndarmfehlbesiedlung kann es zu Verdauungsstörungen kommen. Wenn sich im Dünndarm die falschen Bakterien ausbreiten, können die Verdauungsenzyme nicht mehr optimal wirken. Mehr dazu in meinem Blogartikel: Dünndarmfehlbesiedlung ohne Antibiotika behandeln

Um diese Dünndarmfehlbesiedlung zu therapieren geht man

  • entweder zum Arzt und lässt sich Antibiotika verschreiben, Nebenwirkung ist eine weitere Dysbiose der Darmflora.
  • oder zu einem Heilpraktiker, der einen entsprechend unterstützt.
  • oder aber (und das ist mein Favorit), man führt eine Darmsanierung selbst durch: Darmsanierung Anleitung (Ebenso effektiv, wie die Tipps des Heilpraktikers, denn der verschreibt auch nur Mittelchen)

Weitere Artikel zum Thema Darmflora:

Vorsicht: Zu Probiotika besteht ein Unterschied. Probiotische Milchprodukte sind funktionale Lebensmittel mit Lactobacillus- und Bifidobakterien-Stämmen, die deine Darmflora stabilisieren und antimikrobiell wirken.

Pro- & Präbiotika

Mit ballaststoffreicher Ernährung unterstützt man seine natürliche Darmflora bei der Abwehr von schädigenden Bakterien und Mikroorganismen wie Candida oder Clostridien, indem man schützenden und neutralen Spezies ein ideales Wachstumsmilieu zur Verfügung stellt. Außerdem kann man der Mikroflora des Darms Präbiotika zur Verfügung stellen. Als solche gelten alle unverdauliche Bestandteile der Nahrung, die den Mikroorganismen als Substrat dienen können und damit die Aktivität deiner Darmbakterien beeinflussen. Chicoree, Zwiebeln und Endivien enthalten beispielsweise Inulin. Oligofructose findet man in Knoblauch, Weizen und Bananen, während Obst und Gemüse Pektin liefern. Lactulose stammt wiederum aus Milch und Milchprodukten, wenn sie erhitzt wurden (Laktose wird zu Lactulose). Um die Mikroorganismen im Darm zu unterstützen, nimmst du die entsprechenden Präbiotika aktiv in ausreichender Menge zu dir. Mehr zu Präbiotika und deren Anwendung hier: Darmflora aufbauen nach Antibiotika

 

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