Mich plagten schon eine lange Zeit und zuletzt aufgrund einer Zahnfleischentzündung sehr empfindliche Zähne. Eigentlich waren meine Zähne vor allem gegenüber Kälte empfindlich. Nach einer notwendigen Paradontose-Behandlung, die ich übrigens gar nicht so schlimm fand, waren meine Zähne sehr empfindlich gegenüber Kälte. Vor der zweiten Paradontose-Behandlung (Unterkiefer) erzählte ich meinem Zahnarzt davon. Er gab mir den Tipp, eine spezielle Zahnpasta auszuprobieren. Er gab mir zwei Proben (Mini-Tuben) der beiden Zahnpasten mit. Die Zahnpasta hatte dann leider nicht wirklich geholfen, so dass ich selbst aktiv wurde und auf der Suche nach der ultimativen Spülung war. Wer meine Blogartikel kennt bzw. meinen Blog regelmäßig liest, wird jetzt denken: “Das ist nix neues”.

“Um empfindliche Zähne zu behandeln, muss man erst mal die Ursachen kennen.” Ich ging per Internet-Recherche auf Ursachensuche.

Ursachen

Ursachen für empfindliche Zähne

Vergleich von am Zahn eng anliegendem gesunden Zahnfleisch und entzündetem Zahnfleisch, das zu freiliegenden Zahnhälsen führt.

Vergleich von am Zahn eng anliegendem gesunden Zahnfleisch und entzündetem Zahnfleisch, das zu freiliegenden Zahnhälsen führt.

Es gibt eigentlich nur eine Ursache: freiliegende Zahnhälse.

Wenn sich das Zahnfleisch zurückbildet, werden die Zahnhälse frei. Diese sind nicht durch eine dicke Zahnschmelzschicht vor Umwelteinflüssen geschützt. Kälte, Hitze, Süßes und Saures haben hier direkten Kontakt zum Dentin und somit über die sogenannten Tubuli (Röhren) zu den Nerven.

Woher kommen freiliegende Zahnhälse? Warum bildet sich das Zahnfleisch zurück?

Das Zahnfleisch bildet sich durch Zahnfleischentzündungen, Zahnbelag und Zahnstein zurück. Der Zahnbelag bzw. Zahnplaque ist ein Biofilm aus Bakterien und feinen Speiseresten. Diesen Zahnbelag kann man noch wegputzen. Wenn sich allerdings der Zahnbelag durch die Mineralien im basischen Speichel erst einmal verfestigt hat, sprechen wir von Zahnstein. Zahnstein kann nur der Zahnarzt entfernen. Und Zahnstein kann das Zahnfleisch angreifen, so dass die pathogenen Keime ihre Wirkung am und im Zahnfleisch entfalten können. Das Zahnfleisch entzündet sich.

Ursachen für Zahnfleischentzündung

Im Allgemeinen wird hier die Mundhygiene genannt, aber hier mal alle Ursachen im Überblick:

  • Ursachen, die die spezifische Immunabwehr im Mund stören:
    • Schlechte Mundhygiene
    • Schlechte Ernährung
    • Rauchen
    • Trockene Mundschleimhaut durch Mundatmung z.B. bei verstopfter Nase
    • Trockene Mundschleimhaut durch geringen Speichelfluss
  • Ursachen, die physikalisch auf das Zahnfleisch einwirken:
    • Zu harte Zahnbürste
    • Zu fester Druck beim Zähne Putzen
    • Zu viele feine Partikel in der Zahnpasta, die beim Zähneputzen zu zu viel Abrieb führen. (Normalerweise ist dieses als reinigende Wirkung erwünscht.)
  • Ursachen, die das Immunsystem gesamt schwächen
    • Rauchen
    • Stress
    • Schwangerschaft
    • Ungünstige Ernährung
    • Medikamente wie Immunsuppressiva
    • AIDS
    • Chronische Krankheiten (z.B. Diabetes mellitus)

Alternative Ursache

Und jetzt komme ich wieder mit einer, wie ich finde, plausiblen Theorie, die ich allerdings nicht so einfach beweisen kann. Allerdings bin ich mir sicher, dass die Forschung schon längst die eigentliche Ursache kennt, denn sonst würden nicht mittlerweile Probiotika-Präparate zum Lutschen/Kauen für die Mundflora verkauft werden. Demnach ist die eigentliche Ursache für Zahnfleischentzündungen: Antibiotika

So komme ich zu meiner Theorie:

In der sogenannten westlichen Zivilisation sind unsere Hygienestandards sehr hoch und damit die Möglichkeiten zur Mundhygiene sehr vielfältig. Es gibt Unmengen verschiedener Sorten Zahnpasta und Mundspülungen, Zahnseide/Zahnseidesticks und Interdentalbürsten.

Wie kann es sein, dass sich trotz all dieser Möglichkeiten pathogene Keime in unserer Mundflora dermaßen breit machen, dass wir Zahnfleischentzündungen bekommen?

In “nicht so zivilisierten Ländern” ist das Problem nicht so verbreitet bzw. bei uns war es vor zwei Jahrzehnten auch noch nicht so extrem. Es hat sich in letzter Zeit gesteigert. Bei uns im Westen erwischt es auch alle Bevölkerungsgruppen, nicht nur den Hartz IV Empfänger, der chronisch zu allem zu faul ist, sondern ebenso den Manager, der sich penibel nach Vorgabe seines privat bezahlten Arztes die Zähne pflegt. (Das ist nicht meine Meinung, ich versuche nur zu verdeutlichen, dass es andere Gründe geben muss. Also, Schluss mit Politik an dieser Stelle, versprochen!)

Und das Verrückte ist ja, dass es einige wenn nicht sogar viele Zeitgenossen gibt, die es mit der Mundhygiene nicht so genau nehmen, aber trotzdem haben diese nie Zahnfleischprobleme. Wie kommt das?

Plaque ist nicht gleich Plaque. Auf die Bakterienzusammensetzung kommt es an, ähnlich wie bei der Darmflora.

Ich behaupte, dass es ebenso abläuft wie im Darm. Die Zusammensetzung unserer Darmflora ändert sich massiv ins Negative, wenn einige pathogene Keime einen Vorteil bekommen. Und das bewirkt die Einnahme eines Antibiotikums nun mal.

  • Zu unserer Mundflora zählen Lactobacillus-Bakterien. Obwohl unser Speichel basisch ist und sie es eher sauer mögen, breiten sie sich hier aus, weil sie hier reichlich mit Futter versorgt werden. Diese vertreiben normalerweise die pathogenen Keime.
  • Antibiotika greifen besonders die eben genannten eher sensiblen Milchsäurebakterien der Gattung Lactobacillus an.

Ein sichtbares und eindeutiges Resultat einer Antibiotikabehandlung kann Mundsoor sein, also die Verpilzung der Mundschleimhaut, der Zunge und des Zahnfleisches, erkennbar an einem weißen Belag. Aber wer meint, dass sich eine Verschiebung der Mundflora immer so eindeutig zeigt, der sieht wohl die ganze Welt immer nur schwarz oder weiß. Es gibt auch hier viele Grautöne dazwischen.

Was hilft?

Gegen die Ursachen im Mund selbst:

Mundflora-Sanierung

Entsprechend der Bezeichnung Darmsanierung für die Behandlung des Darms, habe ich mir gedacht, nenne ich diesen Abschnitt Mundflora-Sanierung. Wie soll man es sonst nennen? Bei einer Mund-Sanierung müssten einem ja erstmal alle Zähne raus genommen werden. Das wollen wir doch verhindern. ;-)

Es gibt hier wie beim Darm zwei wesentliche Schritte:

  • Reinigung
  • Aufbau

Erster Schritt: Mundflora-Reinigung bzw. Abtöten der pathogenen Keime

Wie du vielleicht schon in meinem Artikel “Darmreinigung Anleitung” bemerkt hast, bin ich von der antibiotischen Wirkung des Oregano Öls überzeugt. Daher habe ich mich auch für die Reinigung der Mundflora für Oregano Öl entschieden. Falls du mehr zum Oregano Öl und vor allem Studien zur Wirkung des Oregano Öls lesen möchtest, empfehle ich dir meinen Artikel “Wirkung des Oregano Öls“.

Mundspülung mit Oregano Öl

1/2 Woche lang morgens und abends nach dem Zähneputzen.

  • Ich nehme so viel lauwarmes Wasser in den Mund, dass ich noch den Mund spülen kann ohne zu sabbern. (Optional nehme ich hier noch eine Prise Kaiser Natron dazu in den Mund, Speichel ist basisch, so arbeitet man mit dem Körper und puffert Säuren.)
  • Ich träufel mir einen Tropfen Oregano Öl in den Mund. Wirklich nur einen Tropfen, das Zeug brennt extrem.
  • Ich spüle den Mund so lange wie möglich mit dem Oregano-Öl-Wasser-Gemisch. Irgendwann brennt es unangenehm, aber ich kann mittlerweile etwa 1 Minute und länger spülen. Aber man soll es ja nicht übertreiben.
  • Ausspucken und den Mund ordentlich mit Wasser durchspülen. Selbst das Spülen brennt jetzt, denn Oregano Öl ist wirklich sehr scharf. Den Geschmack verliert man jetzt über 1-2 Stunden nicht. Aber so unangenehm schmeckt das gar nicht, wobei es ganz bestimmt auch nicht nach Pizza schmeckt. :-)

Zweiter Schritt: Mundflora aufbauen

Durch die Mundspülungen mit Oregano Öl sollten die Keime, die die Zahnfleischentzündungen hervorrufen, nun extrem dezimiert sein, während die guten Bakterien weitestgehend überlebt haben sollten (Wirkung von Oregano Öl). Jetzt wollen wir uns darum kümmern, dass sich diese Bakterien nicht wieder ausbreiten können.

Seit längerer Zeit scheint sich die Zahnmedizin in der Forschung vermehrt für den Einfluss der Bakterien der Mundflora auf Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleisches zu interessieren. Ein Milchsäurebakterium sticht dabei heraus: Lactobacillus reuteri.

Lactobacillus reuteri verdrängt Streptococcus mutans. Streptococcus mutans wird für die Bildung von Karies verantwortlich gemacht. Außerdem war Lactobacillus reuteri wirksam bei der Verringerung der Gingivitis und Plaque bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Gingivitis (Zahnfleischentzündung). (Studie)

Also ist der nächste Schritt das regelmäßige Lutschen von Lactobacillus reuteri Lutschbonbons (Amazon* ). Diesmal ist es statt sonst bei “süßen” Lutschbonbons ausdrücklich erwünscht, dass man alles gut im Mund verteilt. Über das was man runterschluckt, freut sich der Darm bzw. die Darmflora.

Tägliche Reinigung

Werkzeug für die tägliche Reinigung

  1. Eine elektrische Zahnbürste.
  2. Eine weiche Zahnbürste bzw. Zahnbürstenaufsätze.
  3. Zahnseide bzw. Zahnseidesticks
  4. Zungenschaber
    Nach dem Zähne putzen mit dem noch nicht ausgespuckten Schaum der Zahnpasta die Zunge abrubbeln. Vorsicht dabei, denn je weiter es in Richtung Hals geht, desto eher macht sich ein Brechreiz bemerkbar.

Spezial-Zahnpasta

wie z.B.:

Hausmittel

  • Putz doch mal deine Zähne mit den Zusätzen “Kaiser Natron” und/oder Oregano Öl.
    Nimm dir deine Zahnbürste, träufel einen Tropfen Oregano Öl darauf und jetzt wie gewohnt deine Zahnpasta auf die Borsten. Nimm so viel Natron zwischen Daumen und Zeigefiner, wie möglich, und nimm es in den Mund. Jetzt wie immer Zähne putzen.
  • Nelken bzw. Nelken Öl
    Auf der Seite, wo es weh tut, auf Nelkenblättern kauen oder mit Nelken Öl einschmieren. Nelken haben eine betäubende Wirkung.
  • Ölziehen mit Kokosöl
    Nimm Kokosöl in den Mund und zieh es minutenlang durch den Mund und vor allem durch die Zahnzwischenräume. Danach ausspucken!
  • Rohe Zwiebeln
    Schneide eine rohe Zwiebel genauso, dass du dir einen (ich nenne es mal) “Zwiebelbogen” wie eine Zahnspange auf das Zahnfleisch legen kannst.Nur ein paar Minuten. Zwiebeln wirken durch das Flavonoid Quercetin sehr antibakteriell.

No-Gos

  • Saure Lebensmittel
  • Zähneputzen nach dem Essen oder Trinken von sauren Lebensmittel. (Nach dem Essen sollten mindestens 30 Minuten bis zum Zähneputzen vergehen.)
  • Chemische zahnerhellende / bleichende Produkte (Zahnweiß)
  • Kautabak und Zigaretten

Immunsystem aufpäppeln

Entsprechend der eben genannten Ursachen für ein schlechtes Immunsystem:

  • Mit dem Rauchen aufhören
  • Weniger Stress
  • Gesunde Ernährung
  • Sport
  • Möglichst auf Medikamente verzichten (Z.B.: Statt Kopfschmerztabletten hilft bei Kaffeejunkies Kaffeeabstinenz und 2-3 Liter Wasser täglich.). Wichtige, von einem Arzt verordnete Medikamente sollte man immer nach Vorgaben des Arztes und/oder der Packungsbeilage nehmen.

Ansonsten möchte ich darauf verweisen, dass ich durch Selbstbehandlung meine chronische Sinusitis geheilt habe. Es ist also durchaus möglich, sein Immunsystem zu stärken, durch:

 

Bitte hinterlasse einen Kommentar, falls du auch Erfahrungen in diesem Bereich hast. Willst Du deine Erfahrung mit anderen teilen? Du kannst mir auch gerne schreiben, damit ich deine Geschichte veröffentlichen kann. Andere brauchen deine Erfahrung, deine Zuversicht und Hoffnung. Zum Kontaktformular

Bewertung

Bewertung: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
3,50 / 5 ( 4 Bewertungen)
Loading...
Bitte hilf mit, diese Seite bekannt zu machen!
Bitte teile diesen Beitrag, DANKE!!Share on FacebookPin on PinterestTweet about this on TwitterShare on Google+