Nun ist er endlich da, der Stuhlbefund. Und was steht drin? Die erwartete Candida-Infektion? Nein, etwas anderes macht uns mit seinen Stoffwechselprodukten krank. Clostridien, vielleicht unspezifisch Clostridium Species oder ganz genau analysiert: Clostridium Difficile, manchmal auch Clostridium Perfringens oder botulinum.
Aber es steckt zumeist eine ähnliche Ursache dahinter: Antibiotika und eine falsche Ernährung: Zu viele tierische Eiweiße und Fette. Die Behandlung eines mit Clostridien befallenen Darms stellt sich als schwierig heraus. Eine Clostridien Therapie ist aber durchaus möglich.

Über Clostridien

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Clostridium Species:

Wie Du sehen wirst, gibt mehrere Möglichkeiten für eine Clostridien Therapie. Für eine erfolgreiche Clostridien Therapie sollte man sich mit Clostridien bekannt machen. Daher nun erstmal alle Clostridien Species in einer übersichtlichen Liste.

  • Clostridium botulinum, Botulismus Erreger
  • Clostridium chauvoei, Rauschbrand Erreger bei Rindern und Schafen
  • Clostridium difficile, Erreger der pseudomembranösen Colitis (durch Antibiotika induzierten Darmentzündung) Bei den Erkrankten sind häufig Entero- und Cytotoxine nachweisbar.
  • Clostridium gigas: Deutscher Bradsot (auch ein Gasbranderreger)
  • Clostridium histolyticum: auch ein Gasbranderreger, der aber ein seltener aber extrem gefährlicher Geselle ist
  • Clostridium sordelii, ein weiterer seltener Gasbranderreger
  • Clostridium perfringens, der klassische Gasbranderreger, der auch Lebensmittelvergiftungen verursacht
  • Clostridium piliforme, Erreger der Tyzzer’s Disease, die insbesondere bei Nagetieren vorkommt
  • Clostridium septicum, Erreger von Gasbrand bei Mensch und Tier und Labmagenpararauschbrand der Schafe
  • Clostridium novyi, Erreger des Deutschen Bradsot (ebenfalls ein Gasbrand)
  • Clostridium tetani, Erreger des Wundstarrkrampfes (Tetanus)

Clostridien sind Anaerobier, sie wachsen also nur unter Ausschluss von Sauerstoff. Was sie so widerstandsfähig macht? Sie bilden Sporen. Das sind Dauerformen, welche resistent gegen Antibiotika sind. Wenn das Antibiotikum abgesetzt ist, kommen sie wieder. In dieser Form sind sie sogar resistent gegenüber Umwelteinflüssen wie z.B. hohe Hitze (Kochen), die die meisten Bakterien dahinsiechen lassen würden. Die Gifte der Clostridien nehmen Einfluss auf die Psyche: Z.B. scheint es einen Zusammenhang zwischen Clostridien und Autismus zu geben. Diese spricht für die Gefahr, die von Clostridien ausgeht.Positiv: Eine Clostridien Therapie bzw. Heilung von Clostridien verbessert somit auch psychische Symptome.

Am Aussehen vom Stuhl sind Clostridien nicht diagnostizierbar. Nur eine Stuhlanalyse vermag das. Die wirklich bösen Gesellen unter den Clostridien sind:

Clostridium Difficile

Schematisch: CLostridium Difficile bildet eine Endospore (rot)

Schematisch: Clostridium Difficile bildet eine Endospore (rot)

Wenn man nach Clostridien googelt, trifft man zumeist auf das Clostridium Difficile Bakterium. Clostridium Difficile Bakterien können sich ungehindert vermehren, wenn  man Antibiotika nimmt, da die Antibiotika die natürliche schützende Darmflora (Lactobacillus, Bifidobakterien & Co.) dezimieren. Diese 08/15 Antibiotika helfen zwar gegen Schnupfen, die Clostridien bleiben aber unbeeindruckt, da sie ja auch Sporen bilden. Was dann entsteht: eine antibiotikaassoziierte Kolitis oder pseudomembranöse Kolitis, ausgelöst durch die Toxine (zumeist Entero- und Cytotoxine) der Clostridien. Durchfälle (zum Teil blutig), Fieber, damit einhergehend Bauchschmerzen und natürlich ein nicht unerheblicher Flüssigkeitsverlust nebst Elektrolyteverlust sind die Symptome.

Clostridium Perfringens (Der Erreger des Gasbrands)

Clostridium Perfringens ist aber auch Verursacher von Lebensmittelvergiftungen bei intestinalen Infektionen. Im schlimmsten Fall kann diese Infektion in einem Darmbrand enden, welcher häufig tödlich verläuft.

Die Bausteine von Zellwänden sind u.a. das Lecithin und Phospholipide. Clostridium Perfringens scheidet Lecithinase und Phospholipase (-ase = Enzym) aus, welche somit Zellwände auflösen. Laut dieser Studie kann Clostridium perfringens durch Oregano Öl gehemmt und sogar getötet werden. Ob Oregano Öl auch die anderen Clostridium sp. hemmen kann?

Übrigens: Das schulmedizinische Antibiotikum der Wahl gegen Clostridium Perfringens ist Metronidazol.

Vielleicht ganz interessant: Clostridium perfringens Therapie mit Manuka-Honig

Weitere Clostridien

Die weiteren pathogenen Vertreter dieser Gattung, als Krankheitserreger von Intoxikationen (Cl. botulinum), Toxiinfektionen (Cl. tetani) und Infektionskrankheiten (Cl. chauvoei, Cl. septicum, Cl. novyi), welche aber im menschlichen Darm normalerweise keinen erheblichen Schaden anrichten.

Clostridien kommen im Dickdarm von Mensch und Tieren sowie in der Umwelt vor (zum Beispiel im Boden: Tetanus ist bekannt).

Mit maximal 105 KbE/g Stuhl gehören Clostridien zu unseren normalen Darmbewohnern, welche von der physiologischen Darmflora in Schach gehalten werden. Aber wehe, die Darmflora wird z.B. durch Antibiotika geschwächt.

Was verstoffwechseln Clostridien eigentlich:

  • Bei Bakterien spricht man ja gerne von Substrat statt von Futter und bei den schädlichen Clostridien besteht dieses aus Proteinen und Fetten, welche von den Clostridien zu Ammoniak, Schwefelwasserstoff und biogenen Aminen verstoffwechselt werden.  Diese werden für Dickdarmkrebs verantwortlich gemacht. Es gibt auch saccharolytische Clostridien, welche sich wie Milchsäurebakterien von Kohlenhydraten ernähren. Diese Clostridien sind aber auch nicht wirklich der Feind.

Säure und Basen

Dir ist es bestimmt bekannt: Man soll sich basisch ernähren. Chemisch ausgedrückt heißt das, dass Obst und Gemüse, das man isst, im Körper alkalisch verstoffwechselt wird. Fleisch wiederum wird sauer verstoffwechselt. Und im Dickdarm? Dort ist es genau gegenteilig. Die guten Bakterien (Lakto- und Bifidobazillen) verstoffwechseln Ballaststoffe sauer, während Fäulnisbakterien Proteine und Fette (Fleisch) alkalisch verstoffwechseln. Gut? Nein, denn das Milieu im Dickdarm soll sauer sein, weil so Mineralien (auch Kalzium) besser aufgenommen werden können.

Durch Reduktion von Stickstoff aus dem Eiweißstoffwechsel der Fäulnisflora wird Ammoniak freigesetzt. Dieser hat nicht nur einen starken Einfluss auf den pH-Wert, sondern belastet auch die Leber und somit den Säure-Basen-Haushalt.

Je mehr Säure im Dickdarm vorhanden ist, desto eher wird das Ammoniak nicht von der Darmwand resorbiert. Wie das genau funktioniert? Frag Google! ;-) Mir ist nur wichtig, dass der Dickdarm sauer sein muss und dafür sind im Dickdarm vor allem die Bifidobakterien zuständig. Eine erfolgreiche Clostridien Therapie gelingt also nur durch Milchsäurebakterien, die ein saures Milieu schaffen.

Unser Ziel ist, dass im Dickdarm so wenig Nahrung für die Clostridien ankommt, wie möglich. Der Dünndarm soll also so viel wie möglich richtig verdauen. Die Verdauung funktioniert am besten, wenn die Verdauungsorgane ordentlich arbeiten. Das machen diese vor allem, wenn der Säure Basen Haushalt stimmt. Die Leber (Gallenflüssigkeit) und die Bauchspeicheldrüse (Bauchspeichel) mögen es basisch. Ihre Verdauungssäfte sind haben einen PH-Wert über 7, also basisch. Die Enzyme, die sich in Bauchspeichel und Galle befinden, entfalten ihre volle Wirkung als Katalysatoren nur, wenn der PH-Wert stimmt. Mehr dazu in meinem Artikel über die Entsäuerung des Körpers.

Clostridien Therapie:

In meinem Artikel zur Darmsanierung Anleitung erfährst du, wie ich meinen Darm ohne teure Darmreiniger oder Colon-Hydro-Therapie saniert habe.

Therapie Leitlinie

Die Schulmedizin therapiert bislang mit Metronidazol, Vancomycin oder Fidaxomicin. Es werden aber mittlerweile auch Ansätze wie die Stuhltransplantation verfolgt, die man sich wohl eher aus der Naturheilpraxis abgeschaut hat. Ob das Standard wird, bleibt abzuwarten, da BigPharma kein Geld verdienen kann, weil nicht patentierbar. Und wer finanziert die Studien, die von unserem kranken System akzeptiert werden? Jedenfalls nicht BigPharma. Wenn man dann solche Texte liest: Link, packt einen die Angst, weil die Pharmaunternehmen unser Gesundheitssystem offenbar fest in der Hand haben.

Therapiedauer

Clostridien haben einen langen Atem. Da sie Sporen bilden, welche resistent gegen Antibiotika sind, tut man also gut daran, seine Darmflora aufbauen ( Artikel: Darmflora aufbauen ) welche die Fäulnisflora verdrängen. Also wenn man meint, seinen Clostridienbefall nur mit Antibiotika oder Ozovit bekämpfen zu können, sollte man viel Zeit mitbringen. Die Dauer der Clostridien Therapie wird durch einen Aufbau der Darmflora mit guten Bakterien aber verkürzt.

Neue Therapie

Ich habe doch eben die Stuhltransplantation erwähnt … Aber der neueste und wirklich innovative Ansatz: Künstlicher Stuhl, der transplantiert wird. Genannt: Repoopulate. Das wird bestimmt noch eine große Sache, weil die Vorstellung, dass man mir die Sch… von einem Verwandten einpflanzt, nicht besonders appetitlich ist, lieber künstlich, passend zu unserer eh schon künstlichen Welt.

Ernährung anpassen

Was jetzt kommt, ist keine Überraschung: Viel Ballaststoffe und Kohlenhydrate, wenig Fleisch und Fett. Die guten Bakterien füttern, die Clostridien aushungern.

Therapie mit Metronidazol

Der Standard der Schulmedizin.

Clostridien Therapie mit Naturheilkunde

Die Naturheilkunde setzt vor allem auf Ernährungsumstellung und Aufbau der guten Darmflora mit Pro- und Präbiotika. Der durch die Clostridien ausgelöste Durchfall muss natürlich auch behandelt werden: Elekrolyte und Wasser. Kohletabletten und Heilerde binden die Toxine, so dass sie ausgeschieden werden können. Außerdem hassen Clostridien als Anaerobier den Sauerstoff. Ozovit ist ein Medikament, dass den Sauerstoff in den Dickdarm zu den Clostridien bringt und diese dezimiert. Aber Vorsicht, unsere geliebten Bifidobakterien sind auch Anaerobier. Also nach der Ozovit-Anwendung schnell wieder die Bifidos mit Inulin unterstützen und tierisches Eiweiß und Fett meiden. PEROCUR*  (links auf dem Bild / Pflichtangaben*) ist günstiger als Perenterol und wird als Ersatzprodukt bezeichnet. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Saccharomyces boulardii (der Hefestamm in Perenterol*) die Clostridien Sporen ausschleusen. Der Hefestamm Saccharomyces cerevisiae in Perocur sollte hoffentlich Ähnliches auf dem Kasten haben, da es sich nur um ein Synonym handelt. :-).

Außerdem setzt man in der Naturheilkunde auf das ätherische Öl Carvacrol (in kleinen Mengen auch Thymol), welches sich z.B. in Oregano-Öl befindet. Dieses wirkt gegen Bakterien, Pilze, Parasiten (Artikel: Wirkung von Oregano-Öl). Oregano-Öl gibt es als Tropfen (Amazon* ) und für die meisten Menschen besser zu schlucken, Softgelkapseln (Amazon* ) mit Olivenöl-Anteil, damit es bekömmlicher ist. Wichtig ist, dass die meisten Billigprodukte auch nicht so gut wie die teureren wirken, weil der Carvacrol-Anteil zu gering ist. Ich habe einen ausführlichen Artikel dazu veröffentlicht: Darmsanierung. Die Rezensionen bei Amazon* und auch meine Erfahrungen verheißen Gutes.

Antibiotikatherapie

Im Notfall werden wohl Antibiotika das richtige Mittel sein, aber echte Heilung verspricht nur eine gute Darmflora bzw. der Austausch dieser.

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